Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid Europa-Universität Flensburg Bild: Christina Pleyer
    Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid      Europa-Universität Flensburg                                                                                             Bild: Christina Pleyer                                                                                 

Blind Date

 

Blind Date[1], das ist eine vermittelte Verabredung zwischen zwei Leuten, die sich vorher weder getroffen noch voneinander gehört haben.

Im Bewusstsein ereignet sich ein Blind Date, wenn ein Begriff vergegenwärtigt wird, zu dem kein Bild existiert. „Inhärenz“ dürfte für die meisten ein bildloser Begriff sein. Aber dazu gehört auch ein so häufig verwendeter Begriff wie „Bildung“.

Aber auch Tautologien[2] wie „Definition eines Begriffs“, „weißer Schimmel“, „nie und nimmer“, „kreisrund“ oder Sprüche wie „Geschäft ist Geschäft“.

Beim Vergegenwärtigen von Begriffshülsen ‚pau­­siert‘ das Gehirn gleichsam, da leere Information nicht verarbeitet werden kann.

 

 

 

[1] In der Filmreihe „Blind Date“ mit Olli Dittrich und Anke Engelke treffen zwei Darsteller treffen aufeinander ohne vorheriges Drehbuch oder Kenntnis über die Rolle des Anderen. 

Vor einem klassischen Blind Date erhalten die beiden Teilnehmer – zumeist schriftlich – nur den Namen und ein Erkennungszeichen, anhand dessen sie sich bei ihrem Rendezvous erkennen

 

 

[2] Fügung, die einen Sachverhalt doppelt wiedergibt (z. B. nackt und bloß) (altgriechisch: ταυτολογία von τατό t’autó [aus τ ατό] „dasselbe“ und -logie)

 

 

Wann produzieren Sie in Ihrer schöpferischen Arbeit ein Blind Date?