Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid Europa-Universität Flensburg Bild: Christina Pleyer
    Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid      Europa-Universität Flensburg                                                                                             Bild: Christina Pleyer                                                                                 

Axiome des Ordnens

Ohne Worte

 

„Ohne Worte!“ lässt Bilder sprechen. Bevor ein inneres Bild zu Wort kommen kann, muss es der Verstand übersetzen. Aber diese Übersetzung ist sehr ungenau. Es werden nämlich viel mehr Bilder vergegenwärtigt als ein Wort nennen kann. So deutet das Wort „Haus“ alle unsere damit verbundenen Erfahrungen nur an. 

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“  ist ein Ausruf, der dazu auffordert, Bilder sprechen zu lassen. Bildsprachen schaffen Möglichkeiten wortlosen Verstehens.

 

Sprachloses Verstehen lässt sich weder angemessen interpretieren noch mitteilen. Bilder der Kunst sind ins Werk gesetzte Emotionen, die sich allein subjektiv individuell nachempfinden lassen und in entsprechende Stimmungen versetzen.

 

Zur Sprache gelangt der Verstand nicht durch Bilder, sondern durch Interjektionen, gleichsam lautliche Kürzel zur Steuerung von Verhaltensweisen.

Diese Funktion übernimmt der Verstand, um Bewusstwerden und dessen Momente sprachlich zu regeln. Worte werden zu Zeichen, die auf Bilder verweisen, die durch Sätze zu einem Geschehen werden. Sprache wird zum Werkzeug des Verstandes, um Denken zu organisieren.

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