Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid Europa-Universität Flensburg Bild: Christina Pleyer
    Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid      Europa-Universität Flensburg                                                                                             Bild: Christina Pleyer                                                                                 

Vielfältiges Bewusstsein

 

 

Bewusstwerden organisiert sich als Bilderleben, und zwar als

 

1.Bilder-Leben der Vorstellungskraft,

2.Bild-Erleben der Vernunft.

 

Vereinfacht gesagt: Die Vorstellungskraft gestaltet zuerst, was die Vernunft dann formuliert.

 

Das Problem besteht allerdings darin, dass infolge der Enge des Bewusstseins wesentliche Vorgänge unberücksichtigt bleiben; das sind vor allem angeborene natürliche sinnliche Prozesse wie:

 

-Sehen,

-Hören,

-Riechen,

-Schmecken,

-Tasten.

 

Übersehen  und Überhören sind die häufigsten Vernachlässigungen. Unaufmerksamkeit und Unkonzentriertheit zählen ebenfalls dazu.

 

So komplementieren Fantasie und Verstand schöngefärbt das, was das Bewusstsein nicht unmittelbar zu vergegenwärtigen vermag

 

Während der Vergegenwärtigung bleibt dieser Eingriff allerdings unbemerkt. Aus diesem Grund kommt es dann auch zur subjektiven Fehleinschätzung, und es entsteht ein falsches Selbstbild.

 

Die meistverbreitete Selbsttäuschung besteht in der Annahme rationalen Verhaltens. Wir sind der Auffassung, alles im Griff zu haben. Dieses Vorspiegeln beruht – wie bereits erwähnt - auf dem für uns zurechtgemachten Vergegenwärtigen. Aus diesem Grund sollten wir uns vor Augen halten, dass wir weniger weder durch unseren Verstand noch durch unsere Gefühle geleitet werden, sondern vielmehr durch unser vorwiegend limbisch geregeltes Unbewusstsein.