Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid Europa-Universität Flensburg Bild: Christina Pleyer
    Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid      Europa-Universität Flensburg                                                                                             Bild: Christina Pleyer                                                                                 

Veni Creator spiritus

 

Der Titel dieses lateinischen Pfingsthymnus von Rabanus Maurus[1] aus dem 9. Jahrhundert ist eine Anrufung des Heiligen Geistes. „Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein!“ flehen Fromme, die an eine höhere göttliche Kraft glauben.

 

Sich selbst ohnmächtig fühlend, haben sie sich eine höhere Macht erfunden, der sie sich unterwerfen können, in der Hoffnung auf Hilfe. Diese fromme Eigendidaktik beschreibt der Mystiker Angelus Silesius[2] Jahrhunderte später in seinem Cherubinischen Wandersmann als Autosuggestion „Ich weiß, dass Gott ohne mich nicht kann leben, er müsste vor Not seinen Geist aufgeben!“

 

Dessen ungeachtet wird jährlich Pfingsten als Fest des Heiligen Geistes gefeiert. Aber der Glaube an den schöpferischen Geist ist nur insofern ein Irrglaube, als er als göttlich ausgelegt wird, ohne sich bewusst zu machen, dass es sich in Wahrheit um die schöpferische Kraft des Unbewusstseins eines jeden Menschen handelt.

 

„Veni creator spiritus ist folglich eine Aufforderung an die in uns allen innewohnende schöpferische Kraft des Unbewussten. Das flehentliche Gebet zum Heiligen Geist wandelt sich in die Aufforderung, unsere künstlerische Begabung durch Fordern selbst zu fördern.

 

 

 

[1] 780; † 4. Februar 856 in Mainz

 

[2] Angelus Silesius (lateinisch für Schlesischer Bote/Engel, eigentlich Johannes Scheffler; getauft 25. Dezember 1624 in Breslau; † 9. Juli 1677

 

"Als Vorbewusstsein filtert das Ultrakurzzeitgedächtnis alle für das Bewusstsein als Kurzeitgedächtnis relevanten sinnlich und/oder geistigen Wahrnehmunge

 

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