Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid Europa-Universität Flensburg Bild: Christina Pleyer
    Prof. Dr. habil. Wolfgang Schmid      Europa-Universität Flensburg                                                                                             Bild: Christina Pleyer                                                                                 

Blicke über die Grenze

Sinnliches Wahrnehmen erfasst Wirkliches. Möglich Wirkliches wird dagegen nur geistig wahrgenommen. Wirklich Mögliches wird allein intuitiv wahrgenommen, wogegen möglich Mögliches für die Vernunft nicht mehr erfahr ist.

Die Tätigkeit der Vernunft resultiert vor allem aus drei unterschiedlichen Begabungen:

- körperliche Begabung der Empfindungen der Sinne,
- geistige Begabung der Wahrnehmungen des Geistes,
- seelische Begabung der Gefühle der Seele.

Vernünftig empfinden wir, nehmen wir geistig wahr und fühlen wir, das, was wir als unsere Welt betrachten.

während sinnliches Wahrnehmen bevorzugt wird, wird geistiges Wahrnehmen vernachlässigt und Gefühle werden sogar weitgehend missachtet.

„Ich bin, was ich fühle“, gilt zwar seit Descartes’ „Ich denke, also bin ich“ als Urgrund aller Wahrheit. Tatsächlich meint aber damit das Gefühl, in seinem besonderen Fall ist das der Zweifel.

Gefühle gelten jedoch nicht als Quelle des Erkennens, weil sich Emotionen bislang wissenschaftlichen Zugriffen entzieht.